AUFWIND Hohenpeißenberg hatte den Termin richtig gewählt. Die ersten Frühlingsblumen reckten sich bereits der Sonne entgegen. Damit traf der Vortrag von Blühbotschafterin Stephanie Sußbauer über „Das Prinzip Naturgarten“ auf eine große interessierte Zuhörerschaft. Nahezu 60 Gäste hatten sich in dem Nebenraum im Haus der Vereine eingefunden. Alle Stühle waren besetzt. Von 6 bis 80 Jahren waren alle Generationen vertreten.
Die Referentin Stephanie Sußbauer ist Mitglied im Naturgarten e.V. – einer Organisation, die es bereits seit über 30 Jahren gibt. Schwerpunkt des Naturgarten e.V. ist die Förderung der Biodiversität in naturnahen Gärten, öffentlichen und gewerblichen Grünflächen und damit der Schutz von einheimischen Tieren und Pflanzen und deren Lebensräumen. So erfuhren die Zuhörer nicht nur davon, dass dieses Jahr bereits die erste „rotschwarze Wespenbiene“ in einem Garten in Hohenpeißenberg gesichtet wurde, sondern dass es insgesamt ca. 560 Wildbienenarten in Deutschland gibt. Aber auch Schmetterlinge und andere Insekten sind auf eine vielfältige Pflanzenwelt angewiesen. Wie Schlüssel und Schloss brauchen einige Insekten genau eine Pflanze oder Pflanzengattung als Nahrungsquelle oder Lebensraum, Schmetterlinge zum Beispiel für ihre Eiablage, Futterquelle für ihre Raupen oder als Standort für ihre Puppen. Ebenso wichtig sind Überwinterungsquartiere, die viele Insekten in abgestorbenen Pflanzenstängeln oder in Laub finden. Nur in der Vielfalt einheimischer Pflanzen finden alle Insekten entsprechende Lebensräume.
Auch Vögel und Kleinsäuger wie Igel sind Teil der Nahrungskette. Igel als Kulturfolger sind mit ihrem Bedarf an Käfern und Raupen angewiesen auf natürliche Lebensräume, in denen nicht nur sie selbst Rückzugsorte finden, sondern auch ihre Beutetiere, die sich oft an Totholz, in Laubhaufen oder Wiesen finden.
Viele interessante Tipps, welche einheimischen Pflanzen nützlich sind und welche eingewanderten Pflanzen man lieber meiden sollte, wurden anschaulich besprochen.
Die wichtige Rolle der ca. 16,6 Millionen privaten Gärten zeigt sich daran, dass sie 2 % der Landfläche Deutschlands ausmachen. Das ist mehr als die Fläche der Nationalparks (0,6%).
Es war ein sehr informativer und kurzweiliger Vortrag, der mit großem Applaus für Stephanie Sußbauer endete. Das ausliegende Informationsmaterial und zahlreiche persönliche Fragen der Gäste verlängerten einen gelungenen Abend.
Das Handout zum Vortrag gibt es auch hier zum Herunterladen:

